Markus L. Stettler an der Fantasy Basel

 

lesung_fantasy_basel_markuslstettlerMarkus L. Stettler und DieVierteEnergie.com an der FantasyBasel.ch

05.-07.05.2015 – 10:00-19:00 – Messe Basel

Kommt an das Festival für Film-, Game-, Comic- und Cosplayfans und besucht mich an meinem Stand – Nr. 223 – Halle 1.1

Lesung

aus der Science-Fiction-Legende Die Vierte Energie an der Fantasy Basel: Freitag 06.05.2016 15:00 / Podium 2

 

Exklusiv an der Fantasy Basel:ex-buch

Die Ebooks „Das Rote Haus der Agra Kan“ und „Der Schwarze Wal des Generals Ganmor Yrne“ sind zum ersten Mal als gedruckte, limitierte Taschenbücher and der Fantasy Basel erhältlich.

 

 

 

 

Ich würde mich unglaublich freuen, wenn ihr vorbeischaut.

Tip: Besorgt Euch die Tickets für die Fantasy Basel im Vorverkauf hier: www.starticket.ch. Das ist CHF 5 günstiger und offenbar kommt man auch schneller in die Hallen.

Der Schwarze Wal – komplettes E-Book kostenlos herunterladen

Der Schwarze Wal des Generals Ganmor Yrne erzählt die spannende und düstere Geschichte von Ewilde Even. Die junge Praktikantin im Wirtschaftskonsortium verlässt nur Tage vor den Ereignissen in Der Blutende Planet das Gasa System, um zu ihrem Verlobten zu reisen. Doch ihre Reise wird jäh unterbrochen und sie trifft auf die gefährlichsten Individuen im zivilisierten Universum: Piraten, Dunkelenergieritter und Nachtklubsängerinnen.

Der nächste Teil der Weltraumlegende Die Vierte Energie kann kostenlos hier (EPUB / MOBI oder als ZIP mit beiden Dateien) heruntergeladen werden. Das E-Book ist auch auf Smashword und iTunes erhältlich.

Der Schwarze Wal – Kapitel 8

„Kratz mich“, hörte sie ihre Stimme um den nötigen Atem kämpfen.

Und nach Kapitel 6 kommt Kapitel 8. Wie? Nein, natürlich nicht, aber ich hatte letzte Woche keine Zeit für einen neuen Post. Aber Kapitel 7 ist natürlich online. Und nun folgt Kapitel 8. Nachdem Ewilde den Kampf zwischen Piraten und Soldaten überlebt hat, muss sie einen Ausweg aus ihrer Gefangenschaft finden. Wird es ihr gelingen? Oder gerät sie noch tiefer in die Fänge der Piraten?

Der Schwarze Wal des Generals Ganmor Yrne erscheint wöchentlich auf DieVierteEnergie.com und ist Teil eben jener Weltraumlegende.

Hier geht es zu Kapitel 8. Wer nicht warten kann und/oder lieber die ganze Geschichte am Stück lesen will, muss übrigens nur hier meinen Newsletter abonnieren. Alle Abonnenten bekommen das komplette E-Book zugesandt.

Notizen zu Kapitel 8

Nachdem Ewilde in Kapitel 7 mit ihrer eigenen Aggressivität konfrontiert wurde, durchlebt sie nun eine weitere Selbsterfahrung. Diese neue Erfahrung ist weniger brutal, jedoch genauso intensiv aus ihrer Sicht. Sie muss ihre Sexualität verwenden um ihre Haut zu retten und realisiert dabei, dass sie diese als Instrument der Macht benutzten kann.

Über Sex zu schreiben fällt mir persönlich eigentlich schwer. Ich habe mich schon oft gefragt wieso. Vielleicht dringt bei diesem Thema einfach zu viel der Person Markus L. Stettler durch, die ich normalerweise sehr gut vom Erzähler trennen kann. Doch beim Thema Sex sträubt sich der zurückhaltende, etwas altmodische Privatmensch Markus L. Stettler wohl zu sehr. Auch wenn ich genau weiß, wie wichtig Sex für eine Geschichte über Menschen ist. Wieso? Nun Sex ist einer der Motivatoren für das Handeln von Individuen. Zusammen mit dem Verlangen nach Macht und Geld, Sucht- und andere geistigen Störrungen bildet das Folgen der natürlichen Triebe die Hauptgründe wieso wir etwas tun. Nun, das ist etwas vereinfacht, aber ich bin ja kein Psychologe, nur ein einfacher Schreiberling. Auch gibt es noch Reaktionen auf Angst und das Verlangen nach Freiheit. Letzteres ist ein Sonderfall, der schwer einzuordnen ist. Bis ich eine bessere Erklärung habe, subsumiere ich den Freiheitswunsch unter das Verlangen nach Macht, die Macht über sich selbst.

Aber zurück zu Sex und wieso es für mich wichtig ist, dieses Thema nicht auszugrenzen. Sex treibt uns an. Es beeinflusst, die Art wie wir uns verhalten. Und selbst, wenn es meistens nicht zum Sexualakt kommt, bestimmt der Sexualtrieb doch ein Großteil der Interaktionen mit anderen Menschen. Wir verhalten uns anders gegenüber Individuen, an denen wir sexuelles Interesse haben als gegenüber jenen, die wir als sexuelle Konkurrenten betrachten oder als gänzlich sexuell irrelevant – ich lass’ die Frage mal offen, ob es letztere Gruppe überhaupt gibt. Dieses Verhalten ist uns wohlgemerkt so tief eingepflanzt, dass wir es nur bemerken, wenn wir uns selbst sehr bewusst wahrnehmen.

In Geschichten über Menschen – oder menschenähnlichen Außerirdischen – ist Sex darum sehr zentral. Und es muss dabei nicht immer um den Akt selbst gehen. Aber fehlt dieses Verlangen in der Innern Welt einer Figur, wirkt sie nicht komplett.

Als Vorbereitung von Geschichten erstelle ich darum oft eine Beziehungskarte, bei der jede Verbindung von Figuren eine Erklärung erhält. Was gibt Leos zum Beispiel NR in Der Blutende Planet? Und was erhält er dafür von NR? Was wünscht er sich von ihr? Ist sie eine potentielle sexuelle Partnerin oder eine Konkurrentin?

In der Geschichte von Ewilde geht es um einen weiteren Aspekt von Sexualität und Motivation: Sex kann auch als Machtinstrument benutzt werden. Das scheint für viele von uns vielleicht offensichtlich. Für Ewilde, die sich selbst immer wieder als, gutes Mädchen bezeichnet – und meint damit natürlich, dass sie einer bestimmten Moralvorstellung folgt, ist dies jedoch eine ganz neue Erfahrung.

Der Schwarze Wal – Kapitel 6

„Wissenschaftliches Wunder am Arsch.“

Und schon sind wir bei Kapitel 6 von Der Schwarze Wal des Generals Ganmor Yrne. Ewilde hat sich auf das Piratenschiff gerettet. Aber was wird nun mit der jungen Frau geschehen? Wird sie dem brutalen Monster in die Arme laufen, das ihre Haushälterin ermordet hat. Oder ist ihr Schicksal vielleicht noch viel schrecklicher.

Der Schwarze Wal des Generals Ganmor Yrne erscheint wöchentlich auf DieVierteEnergie.com und ist Teil eben jener Weltraumlegende.

Hier geht es zu Kapitel 6. Wer nicht warten kann und/oder lieber die ganze Geschichte am Stück lesen will, muss übrigens nur hier meinen Newsletter abonnieren. Alle Abonnenten bekommen Ende Januar 2016 das komplette E-Book zugesandt.

Notizen zu Kapitel 6

Zu Beginn des sechsten Kapitels sagt der Kurze John zu Ewilde: „Lass uns dieses Gespräch etwas abkürzen.“ Dann fährt er mit einem gespielten Dialog fort und gibt ihr in seiner sarkastischen Art eine Erklärung für seine Existenz.

Der Einfall zu diesem Monolog entsprang der Frustration, dass ich all die wundervollen Hintergrundgeschichten zu den neuen Figuren im Kapitel 6 – der Mannschaft des Piratenschiffs Johanna – streichen musste.

Dabei ist die wilde Haufen Männer so interessant: Der brutale Steuermann Gostkul, der dunkle Bootsmann Saa Remor, das Monster Puento, das wir nun endlich treffen, der Kapitän der Johanna und natürlich der Kurze John. Alle haben sie eine farbige Vergangenheit – außer vielleicht Saa, dessen Vergangenheit eher grau bis schwarz ist. Und wenn ich von ihnen erzähle, habe ich das Bedürfnis alle ihre Geschichten irgendwie miteinzubringen.

Leider kommt einem da etwas in den Weg, das man den Spannungsbogen nennt. Dabei muss es sich nicht immer – wie bei Ewilde – um die Gefahr von Tod handeln. Manche Erzählungen werden durch subtilere Fragestellungen oder Konflikte zusammengehalten. Durch irgendetwas jedoch müssen sie zusammengehalten werden. Es ist schlussendlich das, was einzelne Ereignisse zu einer Geschichte, zu einer Erzählung machen. Und an den Konflikt sollte sich ein Erzähler halten. Leider – für den Autor – oder zum Glück – für den Leser – muss man darum mit Hintergrundgeschichten und anderen Abweichungen vom Hauptkonflikt sehr sparsam umgehen. Denn wie hat schon Hitchcock gesagt: „Drama is life with the dull bits cut out.“

PS: Ein Pirat in der Geschichte trägt den Namen Marluk. Das ist ein alter Computerspieler Name von mir. Unter anderem hab ich ihn für meinen ersten Charakter in World of Warcraft – einen gutherzigen Zwergenjäger mit Bären – verwendet.

Der Schwarze Wal – Kapitel 5

„Schiffstech, Selbstdiagnose starten.“

Im fünften Kapitel von Der Schwarze Wal des Generals Ganmor Yrne hat es viele klassische Science Fiction Momente: Es geht um den Weltraum und Technik. Vor allem aber geht es um eine junge Frau, die um ihr Überleben kämpft. Ich hoffe, ihr werdet davon genauso reingezogen wie ich. Der Schwarze Wal des Generals Ganmor Yrne erscheint wöchentlich auf DieVierteEnergie.com und ist Teil eben jener Weltraumlegende.

Hier geht es zu Kapitel 5. Wer nicht warten kann und/oder lieber die ganze Geschichte am Stück lesen will, muss übrigens nur hier meinen Newsletter abonnieren. Alle Abonnenten bekommen Ende Januar 2016 das komplette E-Book zugesandt.

Notizen zu Kapitel 5

Ich bin kein Techniker oder Ingenieur, noch bin ich Naturwissenschaftler. Und meine Tage als Programmierer sind lange vergangen. Dennoch schreibe ich Science Fiction und fühle mich sehr wohl in dieser Welt. Es ist ein großer Irrglaube, dass Science am Anfang von Science Fiction steht, weil es der dominierende Teil der Bezeichnung ist. In ihrem Buch The Science of Superheroes fordern Gresh und Weinberg nach einer kritischen Untersuchung mehrerer Comicbuchhelden und der Möglichkeit ihrer Superkräfte, dass die Comicbuchautoren sich doch bitte mehr an der Realität orientieren sollten. Was für ein Unsinn! Geschichtenerzähler müssen und sollen doch nicht die Realität kopieren. Wissenschaft kann Erzählungen doch keine Grenzen setzten. Es sind Superhelden, verdammt, nicht Wissenschaftshelden. Genau das gleiche trifft für Science Fiction zu. Denn Science Fiction ist nicht wissenschaftlich begründete Fiktion. Es ist die Fiktion, die in der Welt von Wissenschaft und Zukunft spielt.

Darf sie dabei jede Glaubwürdigkeit in den Wind werfen. Ja und Nein. Die Glaubwürdigkeit einer Geschichte hängt nicht davon ab wie realitätsgetreu sie ist, sondern wie glaubhaft sie erzählt wird. Glaube wohlgemeint und nicht Wissen.

Zweitens besteht aus welchen Gründen auch immer die Vorstellung, dass mit Science – in Science Fiction – immer die Naturwissenschaften gemeint sind. Geht es bei Science Fiction wirklich so sehr um Astrophysik und Exobiologie und Ingenieurwesen? Sind Raumschiffe und außerirdische Monster und skurrile Planetensysteme wirklich das Wichtigste in diesem Genre?

Ich glaube sie sind ein Teil, aber nicht der Zentrale. Schlussendlich geht es wie immer in der erzählenden Kunst um jene, die etwas tun, die handeln, die denken, die weinen, töten und ficken. Es geht um den Menschen oder Außerirdische, wenn sie menschenähnlich sind. Oder anders gesagt das, was uns an einer Geschichte interessiert ist das Subjekt. Der handelende Mensch. Das heißt, die Wissenschaften, um die es sich bei Science Fiction wirklich dreht, sind die Geistes- und Sozialwissenschaften. Psychologie, Sprache, Kultur, Religion und besonders Geschichte. Geschichte ist darum so interessant, weil wir uns in der Zukunft oder in einer Alternative zu unserer Geschichte bewegen. Hier können wir interessante Aspekte diskutieren.

Technik sollte nicht dazu missbraucht werden eine Geschichte interessant zu machen. Technik, fremde Welten und Wesen sind der Hintergrund einer Science Fiction Geschichte. Sie gehören selbstverständlich dazu, aber die Hauptfiguren sind Menschen. Also lasst uns Geschichten von Menschen erzählen.

Der Schwarze Wal – Kapitel 4

„Wehr dich gegen die Dunkelheit.“

Im vierten Kapitel von Der Schwarze Wal des Generals Ganmor Yrne ist die junge Ewilde Even auf der Flucht vor dem mörderischen Blumenpflücker, der ihre Haushälterin getötet hat. Nun dominieren Angst und Hoffnungslosigkeit die Geschichte, die ein Teil der Weltraumlegende Die Vierte Energie ist und in den nächsten drei Monaten jeden Donnerstagabend auf die DieVierteEnergie.com erscheint. Wie jede Woche findet ihr unten ein paar Notizen.

Hier geht es zu Kapitel 4. Wer nicht warten kann und/oder lieber die ganze Geschichte am Stück lesen will, muss übrigens nur hier meinen Newsletter abonnieren. Alle Abonnenten bekommen Ende Januar 2016 das komplette E-Book zugesandt.

Notizen zu Kapitel 4

Für mich ist die größte Herausforderung und gleichzeitig das Faszinierendste beim Schreiben, die Charaktere einer Geschichte zu finden. Und ich formuliere das mit Absicht so. Charakteren – vor allem die Zentralen einer Geschichte – kann ich nicht erschaffen. Konstruieren funktioniert da nicht. Auch entspringen diese Wesen keiner Eingebung – göttlich oder logisch – und keinem Geistesblitz. Charakteren müssen – so empfinde ich es zumindest – aktiv gefunden werden. Hinzu kommt, dass ich sie selten in einer Komplettversion finde. Einzelne Aspekte ihrer Art gilt es auf verschiedenen Ebenen zu entdecken, sodann zusammenzuführen, wie sie immer schon zusammengehört haben.

Franzin aus Der Blutende Planet zum Beispiel habe ich an drei Orten gefunden. Sein Aussehen, die kleine Statur, die feinen Hände und das wirre Haar fand ich im Bild eines Kindheitsfreundes. Die nervöse Wissbegier und die unbeholfene Art mit anderen Menschen umzugehen in einem jugendlichen Schüler aus meiner Zeit als Aushilfslehrer. Das Bedürfnis komplexe Probleme zu visualisieren schließlich habe in mir selbst entdeckt. So habe ich Franzin Stück für Stück gefunden. Aber ich habe ihn keineswegs erfunden. Er war immer da, genau so wie er schlussendlich in der Geschichte erschienen ist.

Andere Charakteren verstecken sich in der Geschichte selber. NR ist ein solches Exemplar. Diese angespannte lippenbeißende junge Frau immer darauf ausgerichtet ihr Ziel zu erreichen, ohne dabei ihre Menschlichkeit jemals aufzugeben. Ja, Menschlichkeit zu einem eigentlichen Lebensziel gemacht hat und sich damit soviel Verantwortung aufgeladen hat, dass jeder andere darunter zerbrechen würde. NR jedoch mit viel Schweiß und absoluter Selbstaufgabe schafft es irgendwie zu bestehen, die Aufgaben zu meistern. Diese NR hat sich in der Geschichte versteckt. Gefunden habe ich sie als ich die Ereignisse um ihr Attentat auf die Friedensverhandlungen niedergeschrieben habe, bei dem sie mit Leichtigkeit die Gefahr um ihr eigenes Leben meistert. Sie hadert erst als sie einem unschuldigen Menschen Schaden zufügen muss. Doch auch hier nimmt sie die Schuld schließlich auf sich, weil es keinen anderen Lösungsweg gibt. Während ich verschiedene  Charakteren durch diese Hölle geschickt habe, sind sie alle daran zerbrochen. All die tollen Rebellentypen mit Lederwesten und haarigen Freunden kamen nicht damit klar. Doch am Rande der Gruppe möglicher Rebellen stand diese unterernährte Jugendliche, jeder Muskel angespannt, angefüllt mit so viel Tatendrang, dass sie kurz vor der Explosion schien. Nach vielen Fehlversuchen habe ich ihr schließlich eine Chance gegeben und wie auch immer sie es gemacht hat, hat sie die Situation gemeistert, genau wie alles, was ich ihr danach in den Weg gelegt habe.

Aber es gibt auch Ausnahmen. Charakteren, die mich finden. Ich weiß nicht, wie das geht, wie diese Figuren sich einfach so vor mich hinstellen können und mir sagen: „Schreib eine Geschichte über mich.“ Es ist selten, dennoch kann es vorkommen. Zumindest einmal. Agra Kan ist dieser Charakter. Eines Morgens – oder besser eines Nachts– als ich diese für mich sehr persönliche und emotionale Geschichte eines Vaters auf der Flucht mit seinem Sohn geschrieben habe, tauchte sie plötzlich auf und riss die Geschichte an sich mit ihrer ganz eigenen kein-Unsinn-Art. Am Schluss hat sie sich sogar noch den Titel gekrallt: Das Rote Haus der Agra Kan.

Bei der Schwarzer Wal hat es untypisch lange gedauert bis ich die zentrale Figur gefunden habe. Als die Ereignisse noch Teil von Der Blutende Planet waren, dachte ich sie in der Person eines Managers des Konsortiums Ende Dreißig gefunden zu haben. Dieser Mann ging ein wenig ziellos durchs Leben. Er war etwas übergewichtig. Unzufrieden irgendwie. Mit vielen Plänen und zu wenig Energie sie umzusetzen. Doch dieser Mann passte irgendwie nicht in die Vierte Energie. Also suchte ich mir eine jüngere Variante, was dann jedoch nur eine zweite Version von Leos gewesen wäre. Vielleicht älter. Vielleicht der dort drüben mit den farbigen Kleidern. Nein, nein. Haareraufend – zumindest im übertragenden Sinne – saß ich vor den Wörtern und Sätzen und Absätzen. Keiner der verschiedenen Kandidaten wollte auf die dunkle Reise gehen, die ich für den schwarzen Wal geplant hatte. Bis ich schließlich an einem heißen Vormittag mit einem noch heißeren Kaffee am Rheinufer bei Basel saß und eine leise Stimme hörte. Die Worte klangen zerbrechlich. Unsicher. Dennoch stritt die Stimme offensichtlich mit jemandem. Nur war das Gegenüber nicht zu hören. Ein wilder zerbrechlicher Wortwechsel mit sich selbst. Ohne hinzusehen stellte ich mir das erste Mal Ewilde Evien vor. Erst als ich mir diesen Art der Unterhalten eigeprägt hatte, blickte ich die junge Frau an. Sie war groß, sportlich, beinahe muskulös und unterhielt sich offensichtlich am Telefon mit jemandem. Der visuelle Aspekt der Realität passte nicht. Ewilde sollte körperlich nicht dominant erscheinen. Das Bild der Ewilde Evien fand ich in wiederum in einer Erinnerung. Ein Meer von wirren schwarzen Locken um ein blasses feines Gesicht und der schmale Körper. Das war eine Porzellanpuppe, die in meinem Elternhaus stand. Ich weiß nicht, was aus der Puppe geworden ist, aber das Bild ist mir geblieben.

Und so habe ich Ewilde Evien gefunden.

Der Schwarze Wal – Kapitel 3

„Kleine Blume, ich komm jetzt und pflück’ dich.“

Im dritten Kapitel von Der Schwarze Wal des Generals Ganmor Yrne wird Ewilde von Piraten angegriffen. Und so geraten wir tiefer in ihre düstere Geschichte, die ein Teil der Weltraumlegende Die Vierte Energie ist und in den nächsten drei Monaten jeden Donnerstagabend auf die DieVierteEnergie.com erscheint. Wie letzte Woche habe ich auch dieses Mal ein paar Notizen zu der Geschichte und der Weltraumlegende Die Vierte Energie unten angefügt.

Hier geht es zu Kapitel 3. Wer nicht warten kann und/oder lieber die ganze Geschichte am Stück lesen will, muss übrigens nur hier meinen Newsletter abonnieren. Alle Abonnenten bekommen Ende Januar 2016 das komplette E-Book zugesandt.

 

Notizen zu Kapitel 3

Piraten? In einer Science Fiction Geschichte? Was soll denn das? Die Vorstellung scheint im ersten Moment absurd. Dennoch wird der Tropus von Weltraumpiraten in den verschiedenen Formen von Science Fiction sehr häufig verwendet. Leiji Matsumotos Captain Harlock, Marvels Cosair und seine Mannschaft die Starjammers, die Crew der Betty in Alien: Resurrection sind nur einige Beispiele. Viele der klassischen Science Fiction Autoren haben über Weltraumpiraten geschrieben. Von Issac Asimov in Lucky Starr and the Pirates of the Asteroids über E.E. Smith in seiner Lensman Buchreihe – ein persönlicher Favorit von mir – bis zu Heinlein in Farmer in the Sky. Weltraumpiraten sind wenn auch manchmal nur in Nebenrollen Teil beinahe jeder großen Science Fiction Saga – Star Wars, Doctor Who, Firefly, Babylon 5, Star Trek, um nur ein Paar zu nennen.

So sind Weltraumpiraten gar nicht mehr wegzudenken aus der Welt der Science Fiction. Mich hat jedoch eher die Logik dazu bewegt, innerhalb von Die Vierte Energie auch von Piraten zu erzählen. Denn Piraten in einer Weltraumlegende machen interessanter Weise Sinn, zumindest von unserem zeitgenössischen Standpunkt ausgehend.

Verbrechen gegen das Eigentum – wenn das überhaupt ein Verbrechen ist, was zumindest ethisch diskutiert werden kann, aber dazu in den nächsten Wochen mehr – ist ein fester Bestandteil einer jeder Gesellschaft die das Institut des Eigentums kennt. Und so lange es Seefahrt gibt, werden Vermögensdelikte auch auf hoher See begangen. Wir finden sie in der Gegenwart – vor der Küste Somalias und in Südostasien – genauso wie in einer heute romantisierten Variante im 17. und 18. Jahrhunderts. Piraterie ist ein realer Teil unserer Gesellschaft. Nun aber wieso Weltraumpiraten und nicht einfache Weltraumverbrecher.

Da wir so wenig Erfahrung mit Weltraumreisen haben, suchen wir für uns nähere Vergleichsmöglichkeiten. Die Seefahrt bietet sich dabei an. Wie in der historischen Seefahrt ist ein Raumschiff Tage, Wochen, ja Monate unterwegs bis es die nächste Raumstation oder den nächsten bewohnten Planeten erreicht.

Natürlich funktioniert der Vergleich nur bis zu einem gewissen Grad. Schlussendlich gibt es grundsätzliche Unterschiede, die so frappant sind, dass Raumfahrt mit Seefahrt zu vergleichen unsinnig erscheint. Man denke vor allem daran, dass der Weltraum also die Umgebung eines Raumschiffes ein tödliches Vakuum ist, nicht das von Leben erfüllte Meer.

Zudem ist die Raumfahrt, besonders im Bezug auf Navigation und Strategie dreidimensional und nicht wie die Seefahrt zweidimensional.

Und schließlich kann in der Raumfahrt nur begrenzt mit direkten visuellen Hilfen navigiert oder gekämpft werden – ein Fenster im Raumschiff nützt nicht sehr viel, weil der Raum meist zu dunkel ist, beziehungsweise zu wenig von der dreidimensionalen Umgebung sichtbar ist. In die Vierte Energie habe ich die Sichtluken von Raumschiffen während des Fluges darum meist mit einer nicht transparenten Schicht verschlossen. Wieso dennoch Sichtluken oder Fenster in einem Raumschiff? Nun, der Mensch ist und bleibt der Mensch. Man stelle sich das klaustrophobisch Gefühl eines Raumschiffes ohne Blick nach Außen vor? Für mich zumindest wäre das schrecklich.

Doch sind all dies wirklich so klare Unterschiede in See- und Raumfahrt?

Die tödliche Umgebung: Sind die Weiten des Ozeans für einen schutzlosen Menschen nicht ähnlich gefährlich wie im Weltraum. Die Gefahr des Erfrierens, die Gefahr zu ertrinken sind auf hoher See jedenfalls sehr real.

Seit dem ersten Weltkrieg ist es auch nicht mehr zutreffend, dass Strategie in Seeschlachten zweidimensional ist. Mit der Nutzung von U-Booten und Flugzeugen wurden auch Kämpfe zu See eine dreidimensionale Disziplin.

Schließlich unterscheidet auch das Fehlen von direkter visuellen Navigation See- und Raumfahrt nicht vollkommen. In der modernen Seefahrt wird oft, in der kommerziellen Seefahrt nur noch mit technischen Hilfsmitteln navigiert. GPS basierende Navigation ist Realität geworden und vergleichbar mit den Art, wie ein Raumschiff durch die Weiten des Weltraums navigiert würde.

Weltraum und Seefahrt sind somit zumindest aus unserer heutigen Sicht ähnlich. Darum sind Banden von raubenden und erpressenden Raumfahrer auch mit dem selben Begriff zu bezeichnen: Piraten.

Nun haben Piraten nicht nur Verbrechen gegen das Eigentum begangen, bzw. begehen sie noch immer. Um sich unrechtmäßig Besitz zu verschaffen, haben Piraten schon immer gekämpft und getötet. Damit wechseln wir in die Sphäre der Verbrechen gegen den Menschen, gegen Leib und Leben. Gewalt ist wohl von den Piraten größtenteils als Mittel zum Zweck – der Vermögensbereicherung – eigesetzt worden.

Dies können wir aus der Tatsache schließen, dass Piraten sehr stark mit der Angst vor Gewalt als Druckmittel gearbeitet haben, mehr als mit Gewalt selbst, was ökonomisch mehr Sinn macht. Wieso ein Schiff zerstören, wenn man es noch verkaufen oder nutzen könnte.

Ein Hauptbeispiel dafür ist die Piratenflagge, die in verschiedenen Varianten existiert hat, aber der Schädel mit gekreuzten Knochen – die Jolly Roger – ist legendär geworden. Symbolik als Mittel zu verwenden, um Angst auszulösen und Individuen damit zu einer gewissen Handlung zu bewegen – in dem Fall die Aufgabe von Vermögen – kennen wir übrigens auch in unserem täglichen Leben. Werbung funktioniert meist so. Im Gegensatz zur klassischen Piraterie der Karibik des 17. Und 18. Jahrhunderts, als die Jolly Roger die Angst vor dem Tod schürte, wird heute oft die Angst nicht schön genug zu sein, alt zu werden oder arm zu sein verwendet.

Dennoch hat Piraterie zu jeder Zeit auch weniger ökonomisch denkende Individuen angezogen. Der französische Pirat Francois l’Olonnais soll mehrfach die Herzen seiner Gefangenen gegessen haben. Der Engländer Edward Lowe soll seinen Opfern die Beine abgehackt, gekocht und ihre ehemaligen Besitzer gezwungen haben diese zu verspeisen. Es überrascht nicht sonderlich, dass eine Kultur, die außerhalb des Gesetzes operiert, auch Sadisten und andere Triebtäter anzieht.

So trifft auch Ewilde zuerst auf einen Piraten, der scheinbar Gewalt zu einem nicht wirtschaftlichen Zweck verwendet. Sexuelle Gewalt ist eines der Haupthemen von Der Schwarze Wal des Generals Ganmor Yrne. Doch mehr dazu in ein paar Wochen.

Der Schwarze Wal – Kapitel 1 & 2

„Ich will dich, Narmon, jetzt!“

Ewilde Even konnte nicht glauben, dass die Worte gerade aus ihrem Mund gestolpert waren.

Damit beginnt Der Schwarze Wal des Generals Ganmor Yrne. Ewilde Evens dunkler Kampf ums Überleben ist Teil der Weltraumlegende Die Vierte Energie und erscheint in den nächsten drei Monaten jeden Donnerstagabend auf DieVierteEnergie.com. Zu Beginn gibt es gleich zwei Kapitel. Jede Woche werde ich auch ein paar Notizen zu der Geschichte und der Weltraumlegende Die Vierte Energie posten.

Hier geht es zu den ersten Kapiteln. Wer nicht warten kann und/oder lieber die ganze Geschichte am Stück lesen will, muss übrigens nur meinen Newsletter abonnieren. Alle Abonnenten bekommen Ende Januar 2016 das komplette E-Book zugesandt.

Notizen zu Kapitel 1 & 2

Eigentlich sollten die Ereignisse von Der Schwarze Wal des Generals Ganmor Yrne im Roman Der Blutende Planet erzählt werden. Doch schon früh, während der Konzeptionierung des Romans wurde mir klar, dass Ewilde Evens dunkles Abenteuer den Rahmen des Romans sprengen würde. Zum einen wäre Der Blutende Planet mit der Geschichte nochmals um zweihundert Seiten gewachsen. Und vielleicht noch wichtiger sind die Handlungsstränge der Protagonisten von Der Blutende Planet zu diesem Zeitpunkt noch nicht so eng mit Ewilde verknüpft, dass es für den Leser Sinn gemacht hätte, sie parallel zu erzählen. NR, Leos und Franzin kämpfen gemeinsamen für ein freies Gasa, während Ewilde ein halbes, zivilisiertes Universum weit weg vor allem um das eigene Überleben kämpfen muss.

Dennoch handeln beide Geschichten in der selben Realität, beinahe zu selben Zeit – Ewilde verlässt Gasa nur wenige Tage vor NRs Anschlage auf die Friedensverhandlungen im Gasa System – und schlussendlich haben sie das selbe zentrale Thema.

So wurde Der Schwarze Wal des Generals Ganmor Yrne seine eigene Kurzgeschichte, wenn auch eine sehr lange Kurzgeschichte, eigentlich eine Novelle, aber wen interessieren schon solche Klassifizierungsfragen.

Wie bereits der Prolog Das Rote Haus der Agra Kan ist dieser Text kostenlos. Wieso? Ich mag es einfach nicht Texte, die kürzer als ein Roman sind, zu verkaufen. Wenn dann könnte ich wohl nur 99 Cents dafür verlangen und dann fühl ich mich wie ein Discounthändler. Und eine Geschichte sollte doch nicht das Gleiche sein wie ein Zwölferpack Schokoriegel. Also kostenlos und nur digital. Vielleicht wird es ja einmal eine gesammelte Ausgabe von allen kürzeren Texten der Weltraumlegende Die Vierte Energie geben. Oder eine Komplettausgabe von allen Romanen und Kurzgeschichten. So mit zweitausend Seiten, fünf Kilogramm schwer, in Tuch gebundener Umschlag, dann natürlich für 99.99 Euro.

Übrigens Ewilde Evens Name ist meine kleine Verneigung vor Stan Lee, dem produktivsten Charaktererfinder der Comicwelt, der uns mit solchen wundervollen Figuren wie Peter Parker, Bruce Banner, Reed Richards, Matt Murdock, Green Goblin und nicht zu vergessen J. Jonah Jameson, Jr. beglückt hat.

Ankündigung: Der Schwarze Wal des Generals Ganmor Yrne ab 31.12.2015 auf DieVierteEnergie.com

Der nächste Teil der Weltraumlegende „Die Vierte Energie“ beginnt am 31.12.2015. Die Science Fiction Geschichte erzählt in 16 Kapiteln die spannende und düstere Geschichte von Ewilde Even. Die junge Praktikantin im Wirtschaftskonsortium verlässt nur Tage vor den Ereignissen in Der Blutende Planet das Gasa System, um zu ihrem Verlobten zu reisen. Doch ihre Reise wird jäh unterbrochen und sie trifft auf die gefährlichsten Individuen im zivilisierten Universum: Piraten, Dunkelenergieritter und Nachtklubsängerinnen. Ab dem 31.12.2015 könnt Ihr drei monatelang ihrem Überlebenskampf mitfiebern, denn jede Woche – immer Donnerstagabends – erscheint ein neues Kapitel auf DieVierteEnergie.com.

Und weil heute ja Heilig Abend ist hier noch eine kurze Vorschau – und schaut euch auch den kleinen Ausschnitt des tollen Coverbild von Vlad-Valentin Gheneli an:


 

Im Chaos der fernen Gewalt war Ewilde in der Realisation eingefroren, dass sie nie einen Menschen hatte sterben sehen. Ja, da waren die Schauspiele im Theater von Gasa gewesen, die seltsamerweise immer mit einem Tod endeten. Diese Momente waren jedoch genauso inszeniert wie die Bilder, die das Netzwerk der Neuigkeiten von den Schlachten der Bewaffneten Dienste in den Außenregionen zeigte. Man konnte immer nur Teile sehen, nur Andeutungen. Und selbst wenn Ewilde wusste, dass es falsch war, hatte sie häufig erhofft, einen Blick auf einen kompletten Leichnam werfen zu können. Nur einmal wollte sie in die Augen sehen, die zu all den Andeutungen gehörten.

Keine gute Idee, Mädchen. Bring dich in Sicherheit.

Doch die Realität vor ihr hatte sie schon gepackt und lieferte ihr genau, wonach sie heimlich begehrte. Der Matrose stöhnte leise. Seine Beine waren bis etwa zur Mitte der Oberschenkel von der Graumaterieentladung aufgelöst worden. Blut strömte in einem unruhigen Fluss aus den beiden matschigen Enden. Nur die Knochen mit ihrer hellen Farbe wirkten sauber abgetrennt. Die Muskeln und das Fett schwappte aus der Wunde mit einer solchen Genugtuung, als seien sie erst jetzt von den Fesseln des restlichen Körpers befreit worden. Nach einigen Sekunden nahm der Blutfluss ab und Ewilde konzentrierte sich auf das Gesicht des Matrosen. Er hatte aufgehört zu stöhnen. Sein Atem stolperte kraftlos. Seine groben Augenlider flackerten in und aus der Bewusstlosigkeit. In den Momenten, wenn sie ihr braunes Innere kurz preisgaben, starrten es Ewilde an. War es ein Hilferuf?

Oder will er sich nur an mir festhalten? Ist meine Anwesenheit das, was ihn noch am Leben hält?

Ewilde hoffte es, denn sie wusste nicht, wie sie dem Mann sonst helfen konnte. Selbst wenn sie ein Medipack gehabt hätte, glaubte sie nicht, dass es ihm genützt hätte. Worauf sich seine Augen für immer längere Sekunde schlossen. Die Blicke dazwischen verloren an Fokus.

Er stirbt. Du siehst ihn tatsächlich sterben.